„Sicherer Hafen“ Obertshausen

Aktion Seebrücke

Grüne Obertshausen starten parlamentarische Initiative und Social-Media-Kampagne

Aktion „Obertshausen soll ein sicherer Hafen sein!“

Der Auftaktpost in den sozialen Netzwerken war erst wenige Stunden alt, da hatten sich bereits zahlreiche Unterstützer gefunden. Unter ihnen Ehrenamtliche der örtlichen Flüchtlingshilfe und Mitglieder verschiedener Kirchengemeinden. Für sie alle ist Solidarität mit den Geflüchteten in den griechischen Lagern gerade in Coronazeiten notwendig. Der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen an die Stadtverordnetenversammlung war bereits kurz nach Ausbruch der Pandemie eingebracht worden. Er fordert dazu auf, dass Obertshausen dem internationalen Bündnis „Seebrücke“ beitreten und sich zum „Sicheren Hafen“ erklären soll. Konkret bedeutet das, mehr Geflüchtete aufzunehmen, als gesetzlich vorgeschrieben. Im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss signalisierte einzige die SPD Zustimmung. Seitens der CDU war ein Änderungsantrag eingebracht worden, den Status Quo bei der Aufnahme geflüchteter Menschen nach dem Königssteiner Schlüssel beizubehalten. Die Grünen wollen das ihnen wichtige Thema allerdings nicht verloren geben und haben eine Social-Media-Kampagne auf Facebook und Instagram gestartet, um auf ihr Anliegen und Situation in den überfüllten griechischen Lagern hinzuweisen.

„Europa muss jetzt handeln“, so die einhellige Meinung der Akteure. „Die Lager in Griechenland platzen aus allen Nähten. Das griechische Flüchtlingslager Moria im Landesinneren der ostägäischen Insel Lesbos z.B. ist für 3.000 Menschen ausgelegt, im März 2020 waren dort allein 20.000 Schutzsuchende zusammengepfercht, unter chaotischen und menschenunwürdigen Zuständen.“

„Wir alle haben in den letzten Monaten erfahren, was es heißt, Zuhause eingesperrt zu sein. Für die meisten war das schon nach kurzer Zeit eine große Belastung“, betont Katy Walther, Mitglied des Hessischen Landtags und Stadtverordnete in Obertshausen. „In den überfüllten griechischen Flüchtlingslagern aber bedeutet das Coronavirus für Alte, Kranke und andere Schutzbedürftige das Todesurteil.“

Die beste Möglichkeit, kurzfristig zu helfen und die katastrophalen Zustände in Moria zu beenden, ist, die besonders schutzbedürftigen Gruppen sofort aus dem Lager in Sicherheit zu bringen. Bereits 158 Kommunen in Deutschland, darunter Großstädte wie Berlin, München oder Kassel, aber auch kleine 1.000-Einwohner-Gemeinden, sind bereits dem Bündnis SEEBRÜCKE beigetreten. Sie erklären sich damit bereit, Geflüchtete aus den Lagern aufzunehmen. Nach dem Willen der Grünen in Obertshausen soll die „die Kleinstadt mit Herz“ ihrem selbstgewählten Beinamen gerecht werden und 159. Kommune der Initiative werden.

„Wir hoffen alle, dass die Stadtverordneten Herz zeigen und dem Antrag zustimmen“, betont Ursula Klinzing, ehrenamtliche Flüchtlingshelferin aus Obertshausen. Sie weist darauf hin, dass am 20. Juni 2020 zum zwanzigsten Mal der Internationale Weltflüchtlingstag begangen wird. Das sei ein wunderbarer Anlass, sich für geflüchtete Menschen jetzt und in Zukunft einzusetzen.

Weitere Infos zur Initiative „Sichere Häfen“:
https://seebruecke.org/sichere-haefen/seebrucke-sichere-hafen-kommunale-aufnahme/

Aktion „Obertshausen soll ein sicherer Hafen sein!“