Schulentwicklungsplan 2018

 

Vorwort In der Kreistagssitzung am 20.6.2018 wurde über den Entwurf zum Schulentwicklungsplan für die allgemeinbildenden Schulen diskutiert. Veröffentlicht ist hier die Rede des schulpolitischen Sprechers der Kreistagsfraktion der GRÜNEN, Dr. Klaus-Uwe Gerhardt. Die Rede steht unter dem Motto: Verlässliche und ganzheitliche Schulentwicklung statt vager Absichtserklärungen.

Dem Kreistag wurde nach langer Vorbereitungszeit ein neuer SEP-Entwurf für die allgemein Bildenden Schulen vorgelegt. Damit erfüllt der Schuldezernent formal die Anforderungen nach dem § 145 HSchG. Wir Grünen beantragen gemäß einer Prioritätenliste umfangreiche Änderungen an diesem Entwurf. Dabei geht es um verlässliche und ganzheitliche Schulentwicklung statt vager Absichtserklärungen (§15 HSchG).

Ist Im SEP-ENTWURF steht Einiges über Bevölkerungsentwicklung, wachsende Schülerzahlen, Container und Schülerlenkung. Beschrieben wird der unterste Entwicklungspfad – Spiegelbild der Mangelverwaltung. Aber sind die Zahlen wirklich nicht prognostizierbar?

Eine Aktualisierungsvorlage wurde dann am 11. 6. vom Landrat vorgelegt. Damit reagierte er in Teilen auf die deutliche Kritik an seinem Planentwurf. Für fünf Kommunen gibt es nun einen Nachschlag:

·In Dietzenbach soll die Dietrich-Bonhoeffer-Schule nun einen Container mit zwei Klassenräumen erhalten. Das war zunächst nicht vorgesehen, ist aber aufgrund der zu erwartenden Schülerzahlen nur folgerichtig.

·In Dreieich sind jetzt Container vorgesehen für die GerhardHauptmann-Schule und die Schillerschule.

·In Heusenstamm soll das Adolf-Reichwein-Gymnasium bei durchgängiger Sechszügigkeit mehr Räume erhalten, als zunächst geplant.

·In Langen soll geprüft werden, ob die Geschwister-Scholl-Schule und die Ludwig-Erk-Schule erweitert werden sollen. Die Sonnenblumenschule bekommt einen Container. Die Albert-Einstein-Schule könnte bessere Entwicklungsmöglichkeiten erhalten, weil Neubaugebiete entstehen

·In Rodgau soll die Münchhausenschule einen Container mit zwei Klassenräumen erhalten. Schülerlenkungsmaßnahmen sind für den Bereich des Stadtteils Hainhausen für die Carl-Orff-Schule vorgesehen. Auch für die Georg-Büchner-Schule und die Geschwister-Scholl-Schule sollen Erweiterungsmaßnahmen geprüft werden. Für die Claus-von-Stauffenberg-Schule geht die Prüfung in eine neue Runde.

·Neu ist im Änderungsentwurf des Landrats auch, dass Vorschulklassen für Grundschulen speziell für Kommunen mit hohen Zuzugsraten angedacht werden.

Die Aktualisierung des Landrats betrifft 5 von 13 Kommunen. Die Stellungnahmen der anderen bleiben ungehört, oder die Wünsche wurden entsprechend vorher berücksichtigt. Oder die Kommunen waren zufrieden oder beschwerten sich nicht.

Trotz der Aktualisierung, die wir grundsätzlich begrüßen, fehlen Qualität und Attraktivität im SEP-Entwurf immer noch. Wie lässt sich gelingende Bildung durch mehr GT-Angebote, bessere Inklusion etc. positiver organisieren. Auch Barrierefreiheit ist kein Top-Thema im SEP-Entwurf.

Und noch etwas wird vermisst: Steigende Anmeldezahlen an Privat- und Ersatzschulen sind eine Antwort der Eltern auf schlecht ausgestattete öffentliche Schulen und sind nur durch Attraktivitätssteigerung zu lösen. Dieser Einschätzung der GEW schließe ich mich an.

Mein Zwischenfazit: Der SEP-Entwurf krankt an den zu niedrig angesetzten Prognosezahlen. Zweitens bietet der vorgelegte SEP nicht genügend Entwicklungsperspektiven für die Schulen des Kreises. Dies führt in vielen Schulgemeinden zu Verunsicherung und auch zu harscher Kritik.

Soll Wir Grünen begrüßen die vom Landrat vorgenommene Aktualisierung. Handlungsbedarf besteht weiter, denn an den Schulen fehlt Platz heute schon an allen Ecken und Enden:

· In Egelsbach sollte die Wilhelm-Leuschner-Schule in die Prioritätenliste aufgenommen werden.

· In Hainburg sollte die Johannes-Gutenberg-Schule mit Priorität erweitert werden.

· In Mainhausen sollte in Kooperation mit der Kommune ein Standort für eine neue Grundschule gesucht und die Anna-Freud-Schule erweitert werden.

· In Mühlheim sind Neubauten für die Rote-Warte-Schule und die Markwaldschule in die Prioritätenliste aufzunehmen und die Finanzierung durch KIP II-Mittel sichergestellt werden. Für die Geschwister-Scholl-Schule ist die Kapazitätserweiterung in die Prioritätenliste aufzunehmen.

· In Obertshausen steigen die Schülerzahlen an der Josef-von-Eichendorff-Schule und der Waldschule mit dem Freizeitpädagogischen Zentrum (FPZ). Erweiterungen sind mit der Kommune abzusprechen, damit die Betreuung erhalten bleiben kann. An der Sonnentauschule werden 8-10 Mio. € für Mensa und Betreuung investiert. Davon wird eine deutliche Attraktivitätssteigerung des Schulstandorts ausgehen. Die Container an der Hermann-Hesse-Schule stehen nun seit 8 Jahren und sind durch feste Klassenräume zu ersetzen. Die HHS gewinnt oft Mathe- und andere Preise. Begabte Schüler*innen wechseln gern an die Kreisberufsschule GKS, um dort ein vollwertiges Abitur zu machen.

· In Rödermark ist die „Schule an den Linden“ in die Prioritätenliste aufzunehmen. Im Übrigen wurde die Stellungnahmen nicht berücksichtigt.

· In Seligenstadt erhält die Konrad-Adenauer-Schule die baulichen Voraussetzungen, damit sie sich als GT entwickeln kann. Die Alfred-Delp-Schule soll u.E. mit Priorität entwickelt werden. Sollte der Ausbau der Walinius-Schule am Standort nicht möglich sein, sollte dafür in Kooperation mit der Stadt ein neuer Standort gesucht werden.

Soweit unsere Ergänzungsvorschläge von uns GRÜNEN in quantitativer Hinsicht.

Wie? Es geht aber auch um Qualität, welche der Landrat nach § 15 HSchG– so wie seine Schulträger-Kollegen auch – hätte weiter entwickeln können. Wir Grünen hätten uns gewünscht, dass der Schuldezernent den Begriff Schulentwicklung ernster genommen hätte. Wie kann der Kreis tatsächlich zum Schulstandort Nr. 1 werden? Dazu lohnt sich ein Schulterblick auf Stellungnahmen der Lehrerverbände VBE, GEW, von Schulpersonalräten und des Gesamtpersonalrat. So wie wir GRÜNEN bemängeln diese, dass offensichtlich Differenzierungsräume, Lehrerzimmer und Beratungsräume im SEP-Entwurf fehlen. Die Entwicklung zur Ganztagsschule sei ins Stocken geraten. Aussagen zur Schulsozialarbeit, Barrierefreiheit, Energieeffizienz, Querbezug zum ÖPNV seien dünn gesät oder fehlten ganz. Auch anderen Fraktionen (Linken und FDP) sind diese Mängel aufgefallen. Wir Grünen unterstützen die entsprechenden Anträge der politischen Mitbewerber mit unserer Zustimmung.

· Wir hoffen, dass die Container temporäre Lösungen bleiben.

· Wir hoffen, dass Betreuungs- und Fachräume nicht wieder rückentwickelt werden zu normalen Unterrichtsräumen.

· Wir hoffen, dass es tatsächlich wie versprochen zur regelmäßigen Fortschreibung des SEP im 2-Jahres-Rhythmus kommt.

· Wir hoffen und werden dafür eintreten, dass es zu einer echten qualitativen Schulentwicklung kommt.

· Und schließlich: Wenn es früher hieß: „Kreis OF – Schulstandort Nummer eins“. So hoffen wir, dass es in Zukunft nicht heißen wird: „Kreis OF – Container-Standort Nummer eins.“

 

Was tun? Meine Damen und Herren, wir Grünen wollen Verlässlichkeit und Planbarkeit trotz schwieriger finanzieller Umstände. Dazu gehört eine klare Prioritätenliste mit Zeitschiene und Finanzierungsplan. Vage Ankündigungen im vorliegenden SEP-Entwurf helfen nicht weiter. Ich bitte um Zustimmung unseres Antrages und lehnen die Vorlage des Landrats ab.

Es gilt das gesprochene Wort (913 Wörter).

Dr. Klaus-Uwe Gerhardt

 

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